**Zu Asche, zu Staub. Bitte verbrenne nicht deine Seele, Baby.
- Antje

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Verbrenn lieber, was nicht zu dir gehört.**
Es gibt diesen Moment, den viele Unternehmer:innen kennen: Man sitzt vor seiner eigenen Website, scrollt durch alte Texte, schaut sich das Logo an, liest das Angebot – und denkt plötzlich:
„Verdammt. Ich bin da längst raus. Ich hab mich weiterentwickelt – aber mein Außenauftritt hat’s nicht mitbekommen.“
Und dann spürst du dieses Ziehen in dir.
Nicht laut, nicht dramatisch.
Eher wie ein Stein im Schuh, den man ignoriert, bis es nicht mehr geht.

Du weißt, dass etwas nicht mehr stimmt.
Aber du hältst fest – weil’s vertraut ist.
Weil du es damals, als Du es gebraucht hast, so richtig gut fandest.
Weil du denkst: „So schlimm ist es ja nicht.“
Und innerlich schreit es laut in Dir:
Stopp. Das bin ich nicht mehr.
Das zeigt null, was an mir besonders ist.
Ich bin heute so viel weiter – und ich weiß genau, was ich kann.
Damals hatte ich davon nur eine Ahnung.
Genau da beginnt etwas Wichtiges:
Die Erkenntnis, dass dein Außenauftritt stehen geblieben ist, während du längst weitergegangen bist.
Das Verbrennen als strategischer Prozess
In der Positionierungsarbeit spielt das bewusste „Verbrennen“ eine zentrale Rolle. Es geht dabei nicht um Verlust, sondern um Klärung.Um das Herauslösen von allem, was dein aktuelles Profil verwässert oder überlagert.
Drei Aspekte stehen dabei besonders im Mittelpunkt:
1. Die eigene Entwicklung anerkennen.
2. Verabschieden, was nicht mehr trägt.
3. Das Wesentliche freilegen.
Verbrennen heißt: Ich lasse nur das übrig, was wirklich stimmt.
Warum wir uns an altem Marketing festbeißen
Ganz ehrlich?
Weil es bequem ist.
Weil es mal funktioniert hat.
Weil man sich sagt: „Ach, das passt schon noch.“
Und weil der Gedanke, alles anzufassen, anstrengend klingt.
Aber das ist es nicht.
Nicht die Arbeit schreckt uns ab.
Sondern das Eingeständnis dahinter:
Dass wir gewachsen sind.
Dass sich unser Blick verändert hat.
Und dass der alte Rahmen dafür eigentlich zu klein geworden ist.
Was wir behalten, tun wir selten aus Strategie – meistens aus Gewohnheit:
ein Logo, das nicht mehr die heutige Tiefe trägt
ein Claim, der damals klangvoll war und heute leer
ein Angebot, das vieles abdeckt, aber wenig aussagt
Texte, die höflich sind, aber glatt
eine Zielgruppe, die du eigentlich nicht mehr bedienen willst
All das sind Überbleibsel einer früheren Version von dir.
Und sie verdecken das, was dich heute ausmacht.
Verbrennen, was nicht mehr zu dir gehört
Wenn ich von „verbrennen“ spreche, meine ich nicht Zerstörung. Ich meine Klarheit.
Dieses bewusste Abschneiden alter Schichten ist kein Drama – es ist ein Prozess. Ein ehrliches Hinsehen:
Was zeigt mich wirklich?
Echt und ehrlich und schonungslos?
Marketing ist kein Dekothema.
Marketing ist die Frage: Wer bin ich heute – und wie wird das sichtbar?
Und manchmal bedeutet das eben, Dinge loszulassen, die früher richtig waren, aber heute nicht mehr passen. Nicht, weil sie schlecht sind. Sondern weil du dich verändert hast.
Was zu Asche werden darf
Wenn du das Gefühl kennst, dass dein Außenauftritt dich eher ausbremst als unterstützt, lohnt sich ein Blick auf vier Bereiche:

1. Überholte Selbstbilder
Wenn dein Außenauftritt jemanden zeigt, der du einmal warst – aber nicht mehr bist.
2. Angebote ohne klare Kontur
Wenn ein Angebot „alles ein bisschen“ kann, spricht es niemanden klar an.
3. Sprache, die keine Verbindung herstellt
Wenn deine Texte zwar korrekt sind, aber keinen Ausdruck haben. Keine Haltung. Keine Ecken. Keine Tiefe.
4. Bilder, die hübsch sind – aber keine Geschichte erzählen
Stockfotos. Symbolbilder. Fotos, die dich nicht zeigen, sondern eine Rolle. Alles davon darf brennen.
5. Zielgruppen, die du nur noch aus Gewohnheit bedienst
Wenn du innerlich längst woanders bist, aber dein Marketing das nicht abzubilden wagt.
In all diesen Fällen ist Verbrennen kein destruktiver Akt, sondern ein notwendiger Schritt. Ein Abtragen alter Schichten, damit das Wesentliche wieder sichtbar wird.
Was passiert, wenn du loslässt
Sobald du damit anfängst, das alte Zeug abzustreifen, passiert etwas fast automatisch:
Du bekommst wieder Luft.
Und plötzlich denkst du: Ja. Genau so.
Endlich passt das Bild wieder zu mir.
Die Veränderung entsteht nicht durch Neues. Sondern durch das, was du endlich ablegst. Was Du verbrennst und was zu Asche geworden ist.
Und plötzlich liegt da dieser klare Kern – roh, unverstellt.
Menschen spüren sowas.
Mehr als jede Strategie.
Eine Frage zum Schluss
Wenn du einmal richtig ehrlich bist:
Welcher Teil deines Außenauftritts zeigt heute noch die alte Version von dir –und was darf endlich zu Asche werden?
Aus der Werkstatt.
Ich bin Antje Aschenbach, Marketing-Mentorin. Mich berührt es, wenn jemand den Mut findet, sich so zu zeigen, wie er wirklich ist – mit allem, was dazugehört.
Wenn du spürst, dass du an diesem Punkt bist:
Warte nicht zu lange.
Höre jetzt, in diesem Moment, auf Deine innere Stimme.
Wir rocken das.





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