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Ein Plädoyer für das LOSGEHEN.

  • Autorenbild: Antje
    Antje
  • 30. Dez. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

2025 war ein krasses Jahr. Richtig krass.

 

Dieser Text ist ein Plädoyer fürs Losgehen.


Nicht fürs Überstürzen. Nicht fürs kopflos-Sein.


Sondern fürs Gehen trotz Unklarheit.


Für Entscheidungen, die nicht aus Sicherheit entstehen. Sondern aus weil Zögern schwerer wiegt als Risiko.


Der Artikel berichtet aus der Werkstatt: aus dem Start in die Selbstständigkeit, aus der Arbeit mit Unternehmerinnen und Unternehmern, und aus typischen Situationen, in denen Marketing ins Stocken gerät, weil der Blick zu sehr nach innen gerichtet ist.


Der Text ist in einzelne Abschnitte gegliedert. Du kannst ihn am Stück lesen – oder dort einsteigen, wo es für dich gerade relevant ist. 



Ein Jahresrückblick aus der Werkstatt – in acht Stationen.










Antje Aschenbach kommt durch eine Tür, hat einen Korb in der Hand und trägt einen orangenen Schal.
Foto by Laura Jean von Studio Arkanum

1. Der Punkt vor dem Losgehen


Bevor ich losgegangen bin, war ich vor allem eines: Unglaublich hart angenervt von mir selbst.


Vom Zögern. Vom Nachdenken. Von diesem inneren Bremsen, als würde ich mit einem Bremsfallschirm hinter mir herlaufen oder mit schweren Gewichten an den Beinen, die jeden Schritt verhindern.


Ich wusste viel. Ich konnte viel. Und trotzdem kam ich nicht ins Gehen.


Das hat mich eine ganze Zeit aufgehalten. Diese Zeit war krass hart. Und sie war notwendig.


Denn irgendwann war dieser Punkt erreicht, an dem die Frage nicht mehr lautete: Bin ich bereit? Sondern


Worauf wartest du eigentlich?

In diesem Moment fiel die Entscheidung: Geh selbst. Geh für dich. Steh für dich ein. Geh mit deinem Namen. Geh mit deiner Erfahrung. Geh mit all deinem Wissen.


Es wird funktionieren.


In genau diesem Moment sind Knoten geplatzt. Bremsen haben sich gelöst. Gewichte sind abgefallen.


Das Gefühl danach war kein euphorisches Hoch. Es war Befreiung.

Und dieses Gefühl trägt bis heute. Zurückgehen würde ich nie mehr.


2. Ein Jahr des Losgehens


Dieses Jahr war kein Jahr des Abwartens. Kein Jahr des Beobachtens. Es war ein Jahr des Losgehens.


Nicht, weil alles klar war. Sondern weil Bewegung notwendig war.


Mit dem Start meiner Selbstständigkeit begann genau das: Entscheidungen treffen. Schritte gehen. Auch auf unbekanntem Terrain.


Nicht erst alles verstehen, dann handeln – sondern im Handeln verstehen.


Seit neun Monaten bin ich als Unternehmerin, Marketing-Mentorin und Business-Coach unterwegs. Dieses Jahr hat gezeigt, wie Arbeit entsteht, wenn man losgeht: nicht aus fertigen Konzepten, sondern aus echten Situationen, Gesprächen und dem Blick in den unternehmerischen Alltag.


Vieles hat sich erst auf dem Weg gezeigt: Schwerpunkte. Arbeitsweisen. Auch die Struktur meines Geschäfts.


Nichts war am Anfang fertig. Und genau das hat Entwicklung möglich gemacht.






3. Eine typische Situation aus der Arbeit


Viele Begleitungen beginnen ähnlich


Der Unternehmeralltag ist voll. Die To-do-Liste endet nicht.


Offene Punkte, die noch geklärt werden müssen. Telefonate, die anstehen. E-Mails, die ungelesen bleiben. Buchhaltung. Produktion. Organisation.


Alles wartet. Alles ist wichtig. Alles braucht Zuwendung.


Und genau in diesem dichten Alltag rutscht ein Thema fast zwangsläufig nach hinten: Marketing. Außenwirkung. Positionierung.


Nicht, weil es unwichtig wäre. Sondern weil der Blick nach außen im Tagesgeschäft kaum möglich ist.


Viele Unternehmerinnen und Unternehmer bewegen sich fast ausschließlich in der Innenansicht ihres Unternehmens. Sie kennen jede Leistung, jede Entscheidung, jede Entwicklung. Sie sind tief drin. Logisch - sonst würde der Laden nicht laufen.


Und genau das macht es so schwer, die eigene Außenwirkung realistisch einzuschätzen – geschweige denn zu korrigieren.


Das ist die häufigste Situation, die mir in der Arbeit begegnet.


Aus der Innenperspektive heraus bleibt Marketing oft unscharf. Oder funktional, aber blass. Oder korrekt, aber ohne Resonanz.



4. Der Blick von außen


Hier setzt meine Arbeit als externe Marketing-Mentorin an.


Der Blick von außen bringt eine andere Perspektive ins Spiel: die Sicht der Kundinnen und Kunden.


Nicht verhaftet in Abläufen und internen Logiken, sondern orientiert an Verständlichkeit, Wirkung und Anschlussfähigkeit.


Mit diesem geübten Außenblick zeigt sich schnell, wo Aussagen nicht rund sind, wo Positionierung verschwimmt, wo Angebote austauschbar wirken oder wo die Ansprache zu kühl bleibt.


Nicht falsch. Aber distanziert.


In der gemeinsamen Arbeit geht es deshalb nicht nur um pures Marketing.


Es geht darum, das Innere so zu sortieren, dass es auch nach außen verständlich wird und sich für die richtigen Menschen stimmig anfühlt.






5. Nicht allein gehen


Dieses Jahr war auch ein Jahr der bewussten Entscheidung, nicht alles allein zu tragen.

Ich habe mir Mentorinnen gesucht. Und ich habe sie gefunden.


Ich arbeite mit Menschen, die mir voraus sind. Die Klarheit haben, wo ich noch sortiere. Und die mir genau dort Halt und Herausforderung geben, wo Entwicklung entsteht.


Hannah Noethig steht für systematischen Business-Aufbau. Für Struktur. Für Strategie. Für tragfähige Entscheidungen. Mit viel Wissen. Mit viel Erfahrung. Und mit einer Klarheit, die Ordnung schafft, wenn vieles gleichzeitig in Bewegung ist.


Anna Zimmermann steht für etwas anderes. Schwerer zu beschreiben. Ziemlich nah dran.

Anna steht für Rebellion. Für Befreiung. Dafür, sich nicht passend zu machen. Sondern sich verdammt nochmal ernst zu nehmen.


Beide Perspektiven zusammen – Struktur und Befreiung – haben dieses Jahr entscheidend geprägt.


Nicht, weil sie mir sagen, wie ich zu arbeiten habe. Sondern weil sie mir Räume öffnen, in denen ich meinen eigenen Weg gehen kann.



6. Der Punkt, an dem sich alles bündelt


Mir ist dieses Jahr ganz krass klar geworden - an meinem eigenen Beispiel:


Marketing ist selten ein Tool-Problem. Und fast nie ein Wissensdefizit.


Es ist etwas viel Grundsätzlicheres.


Es ist die Frage, wie sehr Persönlichkeit, Geschichte und Haltung im eigenen Business überhaupt eine Rolle spielen dürfen.


Solange Marketing ausschließlich aus der Innenansicht gedacht wird, bleibt es technisch. Korrekt. Und oft erstaunlich fern von dem, was ein Unternehmen eigentlich ausmacht.


In der Arbeit zeigt sich immer wieder: Erst mit dem Perspektivwechsel verändert sich etwas. Erst wenn der ureigene Antrieb erkannt ist, kann klar werden, was ich meinen Kunden geben kann. Geben will. Und was nicht.


Und genau hier liegt das Herzstück dieses Jahres.



7. Das Herzstück


Es gibt keine Trennung zwischen Persönlichkeit und Business.


Nicht im Unternehmertum. Nicht im Mittelstand. Nicht bei Selbstständigen. Und schon gar nicht im Marketing.


Was ein Unternehmen nach außen zeigt, ist immer auch ein Ausdruck dessen, wie sehr das Eigene zugelassen wird – oder eben nicht.


Viele ostdeutsche Unternehmerinnen und Unternehmer haben gelernt, sich stark über Leistung zu definieren. Sachlich zu bleiben. Die eigene Herkunft und Prägung eher im Hintergrund zu halten.


Nicht aus Unsicherheit. Sondern aus Erfahrung.


Eine Seite: Diese Haltung trägt. Sicherer Boden sozusagen. Die andere Seite: Diese Haltung begrenzt. Wie sollen Kunden sich für Dich entscheiden, wenn sie nicht spüren, wer Du bist?


In der gemeinsamen Arbeit geht es deshalb nicht darum, sich neu zu erfinden. Sondern darum, das Eigene ernst zu nehmen und sichtbar zu machen.


Je klarer dieser Zusammenhang wird, desto eindeutiger entsteht Resonanz. Und desto klarer wird, für wen dieses Unternehmen wirklich da ist – und für wen nicht.


Diese Klarheit lässt sich nicht herdenken. Sie entsteht im Tun. Im Entscheiden. Im Positionieren.


Oder, wie Dr. Pauline Bachmann es in Ihrem Workshop vor zwei Tagen formuliert hat:

Klarheit entsteht nicht durch Denken. Klarheit entsteht durch Verkörperung.

8. Warum das Losgehen bleibt


Meine Arbeit als Marketing-Mentorin und Businesscoach richtet sich besonders an ostdeutsche Unternehmerinnen und Unternehmer, die Verantwortung tragen und ihr Business weiterentwickeln wollen, ohne sich von außen etwas überstülpen zu lassen.


Es geht um Schärfung.

Um Übersetzung.

Und um Marketing, das nicht distanziert wirkt, sondern trägt – nach innen wie nach außen.


Jede Zusammenarbeit prüfe ich im Vorfeld auf BAFA-Förderfähigkeit - oft ist das möglich und bietet eine optimale Umsetzungsvariante.


Auch diese Arbeit ist kein Zustand, der irgendwann abgeschlossen ist.

Sie bleibt in Bewegung.


So wie dieses Jahr nur möglich wurde, weil das Zögern ein Ende hatte, bleibt auch Unternehmertum ein Prozess:


gehen. prüfen. nachjustieren. weitergehen.



 

Aus der Werkstatt. Wissen, das weiterhilft.





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